openSUSE 12.3 und ich

OpenSuse ist nun mit der Version 12.3 am Platze und alle Welt berichtet darüber. Für mich war SuSE 5.3 mein erster Kontakt in Bereich Linux. Der erste Einstieg, aber auch später ein Grund mich Debian als Distribution zuzuwenden. SuSE 7.1 war somit die wirklich letzte komplett genutzte Version und was danach kam schreckte mich nur noch massiv ab. Gestern habe ich die Version 12.3 neben Debian auf meinem T61 installiert und mir openSUSE ein wenig angeschaut.

OpenSuSE logoDie genutzte ISO openSUSE-12.3-KDE-Live-x86_64.iso wurde nach dem herunterladen unter Debian per dd auf einen passenden USB-Stick gebannt.
Nach einem Neustart ist auch openSUSE recht zügig in KDE gestartet und hatte natürlich die komplette Hardware meines T61 erkannt. Für mich ist es immer wieder ein Schock von einem DE begrüsst zu werden, wer meine normale Arbeitsumgebung kennt versteht mich absolut ツ

Nach einer Installation von der Livesitzung aus, in welcher ich selbst meine Partitionierung vorgegeben habe ( System auf die SSD, bitte neues /home auf die zweite normale HD), musste ich wieder mein Debian starten. Ich nutze nur den Grub von Debian aus und lasse mir da auch nicht von einem anderem System reinpfuschen. Die Partition mit openSUSE auf der SSD in /mnt eingebunden, ein grub-update gefahren und openSUSE nun gestartet. Nach einer kurzen automatischen Installation war ich auch schon im System, welches mir seine Eigenheiten anbot.

Den Network-Manager musste ich natürlich neu starten, da er nicht bei dem Hochfahren gestartet wurde, warum auch immer. Bei späteren Starts war er dann vorhanden und hatte auch mein WLAN, wie einmal zuvor konfiguriert, eingebunden.

Da bei einer Installation von einem Livemedium nicht alles installiert wird, muss man dies dann selbst per zypper inr nachholen und siehe da, auch die deutsche Sprache wurde nun mit heruntergeladen und installiert. Die deutsche Rechtschreibung von Firefox nun nicht, aber wir wollen ja nicht pedantisch sein. Auf alle Fälle erwarte ich eigentlich, dass mit einem Update bzw mit der ersten Internetverbindung openSUSE selbst die fehlende Software installiert und kein weiteres anschubsen notwendig ist.

Internetverbindung, war auch so eine Sache. Natürlich habe ich mich nicht lumpen lassen und mal per 1 Klickverfahren die Nvidiatreiber installiert, welches auch bis auf die Internetverbindung super geglückt ist. Diese ist mir nämlich bei dem Herunterladen der Pakete öfters mal abhanden gekommen. Das passiert mir unter Debian und Arch Linux nicht.

Internetverbindung wie?

Auch meldete sich dann ein Update, ich frage mich nur warum mich die Icons so massiv abgeschreckt haben, irgendwoher kenne ich die ツ

SuSE Icons Redmondstil

Bis jetzt habe ich nun die Leiste in KDE ein wenig kleiner gemacht, die Schriftgröße geändert, das perverse giftgrüne Glühen bei den aktivierten Fenstern abgeschafft und Kontact eingerichtet. Gott, habe ich damals Kontact gehasst und auch jetzt mag ich es auch nicht wirklich. Aber ich stelle mich meiner Aufgabe und versuche einfach und freundlich, sowie distanziert an die Sache zu gehen. Unvoreingenommen. Ich bin halt eher der mutt- und newsbeutermensch.

Aufgeregt habe ich mich Heute schon massiv, da sich das oathtool nicht in den Repositories von OpenSuSE befindet und ich ungerne Fremdrepositories einbinde. Mir ist es Egal ob es für Sicherheistswerkzeuge, oder „Spielsachen“ wäre, fremde Repositories mag ich nicht. Mal schauen, ob mein Novell-Account noch bei dem  Buildservice funktioniert. Ich habe mir dann mal durchgelesen wofür openSUSE Factory ist und dies kurz eingebunden um das oath-toolkit zu installieren. Jenes möchte aber nicht aus meinen Key ein OTP generieren und schmeisst Fehlermeldungen um die Ohren. Über die Option -b und weitere Maßnahmen, ich denke da erfolgt nochmal ein Blick meinerseits. Wie machen dies die SLES-Admins mit Ihren Servern, kein OTP?
Ist mir nicht wirklich Egal, da es ein dicker Minuspunkt ist, vor allem bei dem Entwickeln von kleinen Helferlein und meiner Fernzugriffe.
Mein Fingerprintreader wurde auf alle Fälle erkannt, aber auf der Shell mit einem
Could not locate any suitable fingerprints matched with available hardware.
bei einem su ignoriert und auch die Anmeldung verlangt erst ein Passwort und dann einen Fingerabdruck. Natürlich passiert das gleiche nach dem Aufwachen aus einem Suspend to ram. Hier scheint noch Arbeit nötig zu sein. Ich denke da ist etwas von openSUSE aus nicht richtig an PAM konfiguriert worden. Ein Bug?  Ich liebe einfach den Service mit dem Fingerprintreader, welchen ich schon unter Debian nutze. Shellbenutzer zu sein heisst nicht auf Service zu verzichten und bei einer GUI erst recht nicht.

Ich muss zuegeben mit zypper ist openSUSE ein nettes Werkzeug für das Arbeiten mit Softwarepaketen und Repositories gelungen und ich werde es mir in Zukunft weiter mal anschauen. Ich glaube das hat mir damals mit seinen Speicherlecks so richtig die Tage versaut, weiss ich aber wirklich nicht mehr.
Hing das nicht immer stundenlang im Niemandsland rum?
YAST überzeugt mich immer noch nicht. Die Meldung für die Änderung des Rechnernamens ist die schrägste, welche ich jemals gelesen habe:

openSUSE 12.3 Yast SystemhostPanik!!!, ist ein Systemhost, da ändere ich doch lieber /etc/HOSTNAME ツ

Auch ertappe ich mich immer wieder eher eine Shell anstelle von Yast aufzurufen, da werde ich mich wohl ein wenig umgewöhnen müssen. Gib Yast eine Chance, sollte mein Thema mal heissen. Aber auf der Shell gibt es das ja auch noch, immer noch, finde ich Gut. Wenn die Windowsadmins schon umlernen müssen, dann haben sie wenigstens per SSH eine GUI. Der Seitenhieb sei mir verziehen, erstens trete ich keine Hundewelpen die am Boden liegen ( Windowsadmins) und zweitens sehe ich openSUSE nicht als Windowspendant aus der OpenSourcewelt. Nicht mehr, da gibt es andere.

Nun muss ich aber eines der Distribution zu Gute halten. openSUSE ist ein SuSE geblieben und macht seine Sache in dem Punkt sehr Gut. Jedenfalls besser, als die Versionen, welche mir zwischen 7.1 und dieser 12.3 aufgetischt wurden. Warum alle ein Debianderivat als Einsteigerdistribution nehmen verstehe ich nicht. Entweder nehmt ein openSUSE oder direkt Debian. openSUSE würde ich als KDE-Referenz sehen, da bis jetzt openSUSE die Distribution ist, in welcher die Arbeitsumgebung KDE am rundesten läuft. Super gemacht, KDE kann ich endlich somit empfehlen. Vor allem in Verbindung mit OwnCloud. Wenn ich mich Recht entsinne, war dies aber schon immer so ( KDE 3.2.1 war wirklich sehr Gut auf SuSE).

openSUSE 12.3 hat mich als Nichtfreund von RPM-Distributionen, Desktopumgebungen und grafischen Programmen für die Kommunikationen doch mehr als angenehm überrascht.
Hat mir Spaß gemacht, ich werde es auf einem Rechner im Haus installieren und die Familie wird es auch mal nebenbei benutzen und wir schauen, wie es sich so im Alltag macht.

Aber, Nein, ich werde mich nun nicht von meiner geliebten Debian- oder Unixinstallation trennen.
Ich bin kein Mensch für Desktopumgebungen, aber ich werde OpenSUSE an jeden Einsteiger empfehlen, welcher nicht Debian nutzen möchte.

Tolle Distribution

openSUSE 12.3 und ich
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10 Gedanken zu „openSUSE 12.3 und ich

  • 2013-03-21 um 19:36
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    Als runde (x86_64) KDE Distri sei dir und alles anderen noch Chakra ans Herz gelegt – Halb rollend und KDE zentriert.

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    • 2013-03-21 um 20:00
      Permalink

      Charka ist ja wieder ein ArchLinux.
      Dann kann ich auch Arch installieren, welches ja auch bei mir schon läuft. Es ging ja genau um ein anderes Thema. SuSE wie es sich nach 10 jahren mal wieder macht, vor allem bei einer Person, welche abgrundtief DesktopEnvironments verachtet und zu 99% auf der Shell arbeitet. Sei es beruflich, oder auch Privat. Der zweite Gesichtspunkt ist so zu arten, dass ich es meiner Mutter angedeihen würde und es kein Derivat von irgendetwas wieder ist. Meiner Mutter installiere ich absolut kein ArchLinux. fast 400 KM sind mir zu weit bei Problemen, welche man bei Arch bei einem Update absolut nicht ausschliessen kann. Und ich kenne nur Menschen in der Nähe mit rudimentären Kentnissen. Somit sehe ich da ein Debian oder ein OpenSuSE eher als einen Faktor der Wahl an.
      Nach so langer Zeit der Benutzung von Linux, im Privaten wie Beruflichen, sucht man sich einen Weg aus, welcher weniger Herausforderungen bereiten kann, da man weniger Zeit zum spielen hat. So blieben damals z.B. rocksLinux oder LFS bei mir dann brach liegen, auch wenn es mir Spaß machte.

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      • 2013-03-21 um 20:06
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        Nein, Chakra ist ein Arch Fork – sie packetieren seit 3 Jahren selbst und das einzige, dass sie technisch noch mit Arch teilen, ist pacman. Dieser wird in den kommenden Monaten durch Akabei ersetzt ?

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        • 2013-03-21 um 20:17
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          Entschuldige, dass ich einen Fork noch mit dem Ursprung verglichen habe. Es ändert aber nichts an meiner Aussage ;)
          Und bevor ich Jemanden etwas anderes auf das Auge drücke, bekommt er oder Sie ein reines FreeBSD von mir. Nach über 10 Jahren FOSS habe ich eines gelernt. Egal wie nett auch die Kleinen und vielleicht mehr als herausragenden Distributionen sein mögen, sie stemmen nicht viel und vor allem lange. Dies Aufgrund der Entwicklerstärke die zu Teil nicht vorhanden ist. Leider. Mein Evangelismus ist in diesem Punkt absolut zuende. Funktionieren muss es, eigentlich am besten ein reines Unix sein, gibt es dies nicht, nehme ich ein Debian. Möchte Jemand Debian nicht, bekommt dieser nun ein SuSE von mir. Die Zeiten des kostenlosen Supports sind bei mir vorbei. Die Freizeit möchte man nun mit anderen Dingen, wie Familie, eigenen Code schreiben und Hobbys nachgehen etc ;)
          Dies findest Du bei sehr vielen Menschen, welche beruflich und privat sehr in FOSS involviert waren/sind. Und dies geht nicht im speziellen gegen Deine hier vorgestellte Distribution.

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  • 2013-03-21 um 20:18
    Permalink

    Schon einmal Mageia ausprobiert? Aus mir völlig unverständlichen Gründen ist der Mandriva-Nachfolger in Deutschland fast unbekannt. Mandriva hatte mich vor 3 Jahren weg von Windows geholt. Nach der Pleite von Mandriva entstand Mageia als reines Community-Projekt mit Hilfe der von Mandriva entlassenen Leute.

    Die KDE-Version läuft sehr stabil. Das Mageia-Kontrollzentrum (= Pendant zu Yast) ist vom Vorgänger Mandriva übernommen und bietet viele Einstellungsmöglichkeiten. Zusätzlich zu dem üblichen Kram (Software installieren, Hardware einrichten) kann man damit z.B. auch Samba, Sicherheitschecks, Kindersicherung, Netzwerk einrichten und Systemprotokolle durchsuchen etc. – alles via GUI.

    Alleine die GUI für den Paketmanager mag für Nutzer anderer Distributionen erst gewöhnungsbedürftig sein. Wer jedoch entdeckt, dass man im Suchfeld auf die Lupe klicken kann (um nicht nur nach dem Namen eines Paketes, sondern auch in der Paketbeschreibung oder gar nach Dateinamen zu suchen, die zu einem Paket gehören), entdeckt seine Stärken.

    Bei all dem ist man nicht angewiesen auf die GUI. Der Paketmanager urpmi läuft auch auf der Konsole. Paketformat ist RPM.

    Im Mai kommt die nächste Version von Mageia raus (Mageia 3). Softwareauswahl ist groß, wenn auch nicht ganz so groß wie die von Ubuntu (was inzwischen als Lubuntu auf meinem Netbook läuft).

    Website: Mageia.org

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    • 2013-03-21 um 20:28
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      Ich habe Mandrake mal benutzt.
      Auch liegen hier noch die Mandrakeaufkleber von den Linuxmessen rum. Nachdem dann der Gründer von Mandrake hinauskatapultiert wurde und dann später das ganze dann Mandriva hies, interessiert es mich schon nicht mehr. Das war noch als in FRankfurt wohnte. Zu der Zeit war auch noch wobo bei mandrivauser.de gewesen.
      Ich empfand Mandrake damals als dem SuSE wirklich ebenbürtig und vor allem das Kontrolcenter war ein Stück besser als Yast. Aber nach dem ganzen Problematiken hatte ich eigentlich die Nase voll. Auch wenn ich noch öfters das Mandrakemousepad in der Hand halte ( Ich behalte die alle als Andenken).
      Mageia sollte ich mir bei Zeiten auch mal wieder anschauen, das gebe ich zu. Aber das ganze hat immer noch einen bitteren Beigeschmack. Ich glaube das LinuxMagazin hat auch nicht wirklich mehr groß zu dem Thema Mageia gesprochen. Ich würde mal an Deiner Stelle einen Artikel schreiben und den an das Linux Magazin senden. Es werden immer Artikel dort gesucht.
      Ubuntu kommt mir absolut nicht in die Tüte. Das ist so eine Art, Knoblauch > Vampir, och, das will ich echt nicht haben. Damals in Freenode habe ich in der Anfangszeit mal ein wenig im Channel gesessen und bis jetzt haben sich alle Gedanken zu dem Thema bestätigt.

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  • 2013-03-21 um 20:42
    Permalink

    Danke für den Blogbeitrag!

    Nachdem ich ca die Hälfte gelesen hatte, dachte ich, hier gibt’s kein Happy End. Um so mehr hat mich der Abschluss gefreut. :)

    Die Suse hat sich gemausert, das finde ich auch.

    /Mario

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  • 2013-03-21 um 20:50
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    Versteh schon, nutze selbst SolusOS und openSUSE, da ich momentan selbst eine 32 Bit CPU verwende: Dennoch denke ich, dass manche gerne aktuelle Software verwenden und das ist und bleibt bei Point Releases ein halbes Gräuel ?

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    • 2013-03-21 um 21:36
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      Es bleibt beibt der Entwicklung auch nicht aus, dass man teilweise sehr auf Bleeding Edge arbeitet, solange es halt wirklich nötig ist. Ich gehe in den Momenten von den Bibliotheken aus. Bei manch anderen Dingen ist mir das ein Gräuel. Am RaspberryPi war es schön zu sehen, während Rasbian und OpenElec Probleme machten, weil sie Bleeding Edge waren, war Xbian sehr moderat eingestellt und alles ging ohne Herausforderung. Genau in dem Moment wo es entspannen muss, kann stabil und älter shcon besser sein, da ist moderat gefragt. Ich mag Arch aus einem Grund sehr, es ist wirklich Raw was die Software anbetrifft, vieles ist Nachvollziehebar, manches würde ich mir mehr ausgereifter Wünschen. Es ist wie bei Debian die doch selber nicht rumpatchen sollten.
      Somit sagst Du es halbe Gräuel sind überalle vorhanden, die intensivität der Arbeitszeit sollte nur moderat gehalten sein.

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      • 2013-03-22 um 0:16
        Permalink

        Jedes Veröffentlichungs Konzept sollte zur jeweiligen Distribution passen.

        Antworten

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