Shellthusiast: trash-cli, denn manchmal ist rm zuviel

Viele Unixer und Linuxer leben gerne in der Shell. Im Normalfall ist man nicht der geneigte Windowsbenutzer, welcher bei einem Löschkommando die Fragen: Ja, Nein, Vielleicht, Ich weiß nicht und Abbrechen bekommt ( dieser Humor sei mir gegönnt). Sprich, wenn Du etwas löschtst, dann bist Du dir auch sicher, dass Du jenes möchtest, typisch Unix/Linux und das ist auch Gut so. Jedem ist es schon einmal passiert, dass er eine Datei in der Orkus geschossen hat und danach durch die Gegend gesprungen ist wie Rumpelstilzchen. Nun könnte man ext3undel, foremost, oder ext3grep nutzen und sich auf ein bischen DeepLevel-Hacking von ext3 begeben. Kenntnisse vorausgesetzt¹
Wer wirklich löschen möchte sollte/muss shred nutzen, in der Default-Einstellung wird die Datei 25 mal überschrieben, aber leider kein Fortschritt angezeigt, dies kann mit der Option -v geschehen. Am besten einen alias anlegen.
Da ich mich zu 99% auf der Shell bewege und nur das nötigste per GUI nutze hatte ich auch schon den Fall der Löschung eines wichtigen Files, zum Glück nicht mit shred. Dies brachte mich zu dem Finden von trash-cli.
trash-cli bietet einem einen Mülleimer in der Shell und hilft somit, manchen Vertipper ohne eine daraus hervorgehende Halbglatze durch Haare raufen zu verhindern und befindet sich auch als schlechgepflegtes Paket in den Debian-Repositories. Bei FreeBSD muss es mit der Hand kompiliert werden, welches bei den Abhängigkeiten ( python >= 2.5 ; python-setuptools >= 2.5) nicht die Herausforderung für ein Shellfreund sein sollte.
Ich kann aber nur davon warnen das Debian-Paket zu nehmen, da es sich um eine veraltete Version handelt, welche nicht wirklich die Befehle nutzt, welche hier vorgestellt werden und vor allem einen massiven Bug besitzt, welcher die Daten zerstören kann. Siehe dazu auch den Hinweis auf der Download/Install-Seite der Homepage.

Nach der Installation stehen folgende Befehl zu der Verfügung:
trash-put > Datei in den Mülleimer
trash-list > Mülleimerinhalt anzeigen
restore-trash > Ergibt einer nummerierte Liste mit dem Inhalt des Mülleimers
trash-empty > ALLE Dateien aus dem Mülleimer entfernen
trash-empty $TAGE > Löscht die Dateien, welche länger als n-Tage schon in dem Mülleimer sind
Die Dateien werden unter dem Freedesktop.org-Standard (XDG-PATH) für den Müll/Trash abgelegt. Wer dies nicht möchte muss den Pfad per Softlink umbiegen. Ich weise extra daraufhin. Es ist vielleicht gewünscht den Mülleimer eher auf einem Enc. Datenträger zu haben, was auch eine bessere Lösung ist. Was nützt eine verschlüsselte HD, wenn die Dateien unverschlüsselt in dem Müll liegen. Eine neue Art von DumpsterDiving, wenigstens stinkt man da nicht;)
Am besten legt man sich einen Softlink auf trash-put Namens del an und nutzt einen cron-job bzw. nutzt die .bash_logout für das Leeren des Mülleimers. Natürlich geht auch ein Script, welches bei einem Shutdown ausgeührt wird. Am besten verknüpft man die ganze Sache mit shred.
Viel Spaß beim löschen;)

¹ Eine sehr gute Übersicht schrieb Carlo Wood 2008 mit dem Artikel HOWTO recover deleted files on an ext3 file system

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