Google+ inklusive Kommentare als Post in WordPress

Das Microblogging funktioniert für mich perfekt mit Google+. Das Blog soll nur mit ausführlichen, eher technischen Beiträgen bedacht werden. Mit Hilfe des Plugins von Daniel Treadwell gibt es die Möglichkeit ohne große Umwege auch die kleinen wichtigen Nachrichten von Google+ inklusive Kommentare als Posts in WordPress einfliessen zu lassen.

Vorab ein wenig Offenheit

Wer Angst hat von Google „annektiert“ zu werden ist sich entweder über das Wort Annektieren nicht im klaren, hat vielleicht eine massive ausgesprochenen Paranoia, oder ist sich der Macht seiner eigenen geschriebenen Worte und deren Leser nicht bewusst.

Da unsere Blogs, zum Teil auf einem eigenen Webspace liegen und Google uns nicht unseren Blog wegnehmen/enteignen kann, sehe ich keinen Bedarf laut gegen eine Annexion zu rebellieren. Annektierung, gesehen von der softwaretechnischen, wie auch gesetzlichen Seite ist hier also erst einmal ausgeschlossen.

Auch sollte man keine Panik verbreiten, da Google und seine sozialen Dienste auch für unsere Blogs eine Werbeplattform sind, welche wir zu nutzen Wissen sollten. Es gibt genug Artikel, welche sich mit dieser Ebene befassen und vielleicht auch gelesen werden sollten. Angst müssen wir bei Google eher vor anderen Dingen haben ツ

Es ist also für den Blogger die Aufgabe einen Weg zu finden, welcher beide Seiten in Einklang bringt und die Daten auch wieder in das eigene System holt.

Hier geht es also darum Herr, oder Dame, über die Daten und die Kommentare auf beiden Plattformen zu werden. Auch wenn Google nun eine seiner Serviceleistungen schließen würde, wie schon des Öfteren geschehen, bleiben unsere Daten erhalten.

Zu guter Letzt spricht doch alles dafür, denn es möchte auch kein Autor mit seinem Blog auf einer einsamen Insel sitzen und darauf hoffen, dass mal ab und zu ein Leser vorbeikommt.

Die Diskussion LSR zeigt doch dieses Manko auf.

Die Odyssee

Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.

Thomas Alva Edison

So erging es mir, als ich mein Vorhaben verwirklichen wollte, meine dafür vorgesehenen schriftlichen Gedanken aus den sozialen Netzen in mein eigenes Blog einfließen zu lassen.

Ich hatte mir Ideen auf Github geholt und versucht sie selbst zu verfeinern, ich habe mir fertige Arbeiten und Berichte durchgelesen und getestet, sowie auch eigene Serverdienste (z.B. plussFeedproxy für Google+) aufgesetzt.

Daten wurden geparsed, verändert, in Datenbanken geschrieben und natürlich auch von dort wieder ausgelesen. Ich habe mich also mehr mit der Aufgabe und dem Code im Endeffekt belastet, anstelle zu einer glücklichen, vor allem für mich wirklich schlichten, schönen und einfachen Lösung zu kommen.

Wie es sich gehört, hatte ich natürlich am Ende durch Zufall ein Plugin von einem Fotografen entdeckt, welches in etwa den Ansprüchen gerecht wird, die ich an eine einfache und schlichte Lösung setzte.

Ich möchte noch am Rande erwähnen, dass ich noch ein anderes freies Plugin auf WordPress.com entdeckt hatte, welches aber die Kommentare aus Google+ vernachlässigte und im Ganzen ein wenig rudimentärer war.

Die Nachfrage an den Entwickler ergab, dass er an solcher Funktionalität nicht interessiert ist. Somit, ist es aus meiner Auswahl gerutscht.
Verständlich, oder ?
Nein? Dann einfach mal dem oberen Link folgen

Das Plugin Google+Blog for WordPress

Funktionalität Version 1.4.2:

  • Nahtlose Übertragung von Posts von Google+ zu WordPress
  • Unterstützung mehrere Profile, welches erlaubt mehrere Autoren das Plugin automatisch zu nutzen
  • Importieren der Kommentare von Google+
  • Die Option, Beiträge mit bestimmten Hashtags zu übertragen (oder Beiträge per Hashtag auszuschließen)
  • Importieren der Beiträge in eine bestimmte Kategorie
  • Importieren der Hashtags als Tags in WordPress
  • Automatisches Vergeben von Tags in WordPress
  • Bilder/Videos in Beiträge mit einbeziehen und wahlweise als Thumbnail im Text und/oder als featured Bild auszugeben
  • Importierte Beiträge können als Entwurf gespeichert werden um sie vor der Veröffentlichung nochmals zu bearbeiten.
  • Die Möglichkeit automatisch zu dem Originalpost auf Google+ zu verlinken
  • Automatische Updates zu den letzten Posts von Google+, womit auch die neuen Kommentare einem Update unterzogen werden.

Die importierten Kommentare besitzen den Benutzernamen aus Google+.

Hier wird auch der in Google+ angebene Avatar, das Profilbild, für den Kommentierenden übernommen. Daber verweist die URL des Kommentierenden auf seine Profilseite in Google+.

Daraus ergibt sich, dass die von Google+ eingepflegten Kommentare wie normale Kommentare im Blog erscheinen und sie müssen nicht auf irgendeine andere Weise, als Beispiel per Scripte, oder ähnlichem von Extern eingebunden werden. Toll!

Auch jene werden natürlich auf Wunsch kontinuierlich einem Update unterzogen. Leider nur in eine Richtung, aber dies liegt eher an der API von Google anstelle an den Programmierfähigkeiten des Entwicklers.

Eine für mich nicht zu verachtende Nebensache ist die gute Kommunikation mit dem Entwickler Daniel Treadwell.

Vorschläge werden auch sachlich per Email besprochen und somit lässt der Entwickler auch Ideen der Nutzer in neue Versionen des Plugins einfliessen. Hier sind die 10$ für die Proversion, welche nicht den Link zu dem Blog des Entwicklers beinhaltet, gut angelegt. Der Kauf ist kein muss, das Plugin ist auch in seiner Basisversion voll funktionstüchtig. Aber genau hier lohnt es sich dem Entwickler für seine Arbeit eine Kleinigkeit zukommen zu lassen.

Installation des Plugins in WordPress

Google Developer

Da ein Schlüssel für die Google+API muss erstellt werden, damit die Beiträge aus Google+ abgefragt werden können:

  1. Aufrufen der  Google Play Developer Console
  2. Ein neues Projekt erstellen, falls dies vorher noch nicht geschehen ist.
  3. Zu der Google+ API wechseln und die Regeln akzeptieren
  4. Einen Schlüssel erstellen, siehe Bilder
Installation des Plugins in WordPress

Das Plugin von dem Blog des Entwicklers  herunterladen und in WordPress installieren.

Aktuelle Version 1.4.2 . Laut dem Entwickler befindet sich eine neue Version schon in der Warteschleife.

Der vorher erstellte API-Schlüssel wird in dem Feld API-Key und die ProfilID aus Google+ eingetragen und einem Autor zugewiesen.

Am Anfang kann man sich an meinen Einstellungen  orientieren, wobei jede Option selbsterklärend ist bzw sein sollte.

Einstellungen Google+ für WordPress

Klassifizierung per CSS

Um die importierten Posts zu formatieren kann man entweder die eigene Kategorie komplett in seine CSS-Datei aufnehmen, in meinem Fall ist es category-googleplus, oder man nutzt die Klassen des Entwicklers um den Inhalt an sein Blog anzupassen:

  • gpb-contentDer geschriebene Text des Google+-Posts
  • gpb-articleDie Linkvorschau des Textes des Google+-Posts
  • gpb-linksLinks des Textes des Google+-Posts
  • gpb-linkbackzurückzuführender Link  zu dem Google+-Post
  • ot-hashtagHashtags des Textes des Google+-Posts

Ich hoffe ich habe nun keinen Tag vergessen, da ich nur in meine Quellen des Posts geschaut habe.

Fazit

Ein gutes einfaches Plugin, welches in manchen Punkten noch die eine oder andere Option haben könnte. Seine 10$ ist es auf jeden Fall wert und wenn ich noch ein wenig Zeit habe, werde ich doch die eine oder andere Option vorschlagen, bzw selbst ein wenig Code beisteuern. Für mich ist das Plugin top und ich hoffe es wird auch bald im Pluginverzeichnis von WordPress.com zu finden sein.

3 Comments

  1. Nutzt du das Plugin aktiv und wie zufrieden bist du damit? Ich habe mal kurz geblättert, aber zumindest nicht auf Anhieb etwas gefunden, was nach G+ aussieht.

    In Friendica, hatte ich es mal versucht Google+Posts zu holen, das klappt bei einigen, dort. Bei mir führte es zu einer E-Mail von Google, jemand hätte versucht, mein Konto zu hacken, dann habe ich es wieder aufgegeben.

    1. Also das liegt daran, dass ich gerade das Blog von Grundauf neu mache.
      Also sprich eine komplette Neuinstallation von WordPress, neues Theme etc.
      Ja ich habe es genutzt und abgeschaltet und diese posts erst einmal zurückgezogen.
      Das kommt dann im neuen Blog voll zur geltung, da ich mich auf Google+ festgelegt habe.
      Twitter bietet mir zu wenig für eine Konversation und in Facebook und Konosrten bin ich nicht vetreten.
      Friendica lief Toll, bis ich es per git pull einem updatre unterzogen habe.
      Leider fehlt mir die Zeit mich dort hineinzuknien, welches ich sehr Schade finde, da friendica echt toll ist.
      Aber einen Tod muss ich erst einmal sterben und aufgeschoben ist nicht aufgehoben ;)

  2. Kein Problem, ist ja nicht dringend. Aber wenn du mal Erfahrungen mit Google+-Posts hast, dann überlege ich es mir vielleicht, es nochmal zu versuchen.

    Facebook ist auch nicht grad meine Nummer eins. Bei friendica und status.pirati.ca habe ich das Glück, dass der @heluecht die Instanz anbietet und betreibt.
    Ich kann einfach zeitmäßig, wie du auch, nicht alles selbst hosten, was ich gerne hätte. Mir ist nur wichtig, nicht zuviel nur bei Fremddiensten liegen zu haben.

    status.net erlaubt in dieser Form bis zu 640 Zeichen pro Post, da ist Konversation gut möglich. Nur die Posts, die ich von dort zu twitter schicken will, dürfen eben nicht mehr als 140 Zeichen haben.

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