Einen Anwender abholen und mitnehmen

Manchmal geht es nicht wirklich um das Design eines Desktop Environments, dieses kann man nach seinem Gusto ändern. Öfters geht es um das Gefühl an einem Ort willkommen zu sein und mit offenen Armen empfangen zu werden.

Hallo Willkommen, tritt ein, sei mein Gast. Ich freue mich Dich begrüssen zu dürfen und es ist schön für dich da zu sein. Wie kann ich Dir helfen, Dich in Deinem Alltag unterstützen ? Wollen wir uns zuerst einmal um Deine persönlichen grundlegenden Belange kümmern?
Ich habe hier eine kleine Auswahl an…

So etwas gibt einem ein wirklich gutes Gefühl. Von Anfang an freut man sich und ist gespannt was auf einem wartet, welche Reise man nun im täglichen Leben antritt. Ich habe schon einmal das Gefühl, dass hier nicht so viel schief gehen kann. Ich werde abgeholt und bei der Einrichtung unterstützt und der Rest, der wird sich vielleicht noch finden.

Willkommen in der vernetzten Welt des Desktops
Willkommen in der vernetzten Welt des Desktops

Dieser initiale Setup bei dem ersten Start von GNOME ist wunderbar. Sprache, Regionaleinstellungen, WiFi, Onlineaccounts und vielleicht noch der Enterpriselogin, das macht eine wunderbare Figur. Wenn dann noch die ersten Termine oben neben der Uhr just in time „aufploppen“ und der Kalender, sowie die Adressen nach einer einfachen Emailserverkonfiguration in Evolution vorhanden sind, dann denkt man sich, dass nun nichts mehr schief gehen kann. Die Maslowsche Bedürfnishierarchie werden hier schon von Linux und der Desktopumgebung angestossen.

In dem Punkt hat GNOME  eine gute Leistung erbracht und aus dem Grund ist GNOME unter Fedora meine Desktopumgebung. Durch einige Extensions lässt sich das Verhalten halbwegs anpassen, Programme wurden bei mir noch nie via Mauseingabe gestartet. Gut, kritisieren kann ich einiges an GNOME. Ich bin nicht Jemand der eine Desktopumgebung braucht, ich fühle mich unter meinem Fenstermanager sehr wohl. Ich habe dort, ich nehme jetzt einmal in falscher Weise die beiden Wörter zur einfachen Erklärung, opt-in und nicht opt-out betreiben müssen.

GNOME ist nun wirklich toll gereift, auch wenn man einiges, zwecks der Möglichkeiten für die Einstellungen, in Frage stellen könnte. Warum hier die Installation von gnome-tweak-tool nicht distributionsweiter Standard ist bleibt mir bis jetzt verschlossen. Nicht wirklich einen Bugreport wert, aber vielleicht eine Messung der Popularität der nachinstallierten Pakete könnte helfen es als standard zu deinfieren. Auch kann es zu kleinen Wartezeiten kommen bis ein Update einer Extension auf eine neue Version von GNOME läuft, dies ist aber nicht GNOME anzulasten.

Warum ich nun darüber schreibe?

Es ist mir einfach aufgefallen und bei all den Beschwerden die im Internet immer wieder im großen Stil plakativ postuliert werden, muss es auch einmal eine positive Gegenstimme geben. Vor allem wenn sie von Jemanden geschrieben wird, welcher GNOME eigentlich nicht mag. Vielleicht ist es so, dass für viele Linux noch nicht wirklich auf dem Desktop angekommen ist, dabei ist diese Aussage eigentlich schlichtweg Falsch. Linux ist schon lange auf dem Desktop angekommen und der Anwender hat es nur noch nicht bemerkt, bzw bemerken können.

Es gibt dieses Video über Türen mit einem absolut schlechten Design bei welchen man sich nicht darüber im klaren war, ob man nun drücken oder ziehen sollte. Diesen Punkt des schlechten Designs hat für mich Linux nun überwunden. Der Anwender kann sich sicher sein, wann er drücken und wann er ziehen muss. Das er Änderungen auch via Konsole vornehmen kann und manchmal auch muss bringt der Sache keinen Abbruch. Eine Textdatei oder ein Befehl in der Shell ist der MMC und Registry von Windows gleich zu setzen. Ich empfinde es als MCSE sogar so, dass Windows gegenüber NT4.0, Nein, ab Windows XP im Bedienungsdesign immer mehr nach hinten abfällt. Der Grund warum auch so viele Windows XP noch mögen.

Ich denke je mehr so einen initialen Setup eines GNOMEDesktops oder ähnliches sehen, desto öfter werden sie Linux auch nutzen. Mit Android, Linux, und iOS, Darwin BSD Unix, hat dieses doch auch geklappt.

 

Einen Anwender abholen und mitnehmen
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4 Gedanken zu „Einen Anwender abholen und mitnehmen

  • 2016-07-21 um 12:44
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    „Eine Textdatei oder ein Befehl in der Shell ist der MMC und Registry von Windows gleich zu setzen.“ – Gerade nach XP, als die Powershell zum Standard wurde, gilt das eben nicht mehr so stark.

    Und nö, kaum jemand ist wegen des geilen Desktops (CDE) bei Unix gelandet.

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  • 2016-07-21 um 13:13
    Permalink

    Wow, du schreibst mir aus der Seele.

    Ich hatte vor her XFCE verwendet und dann mal das neue KDE probiert hatte aber ein paar kleine Probleme die nicht so gut gepasst haben oder nicht implemmentiert waren.
    Ich wollte also mal eine aktuelle Version mit SELinux+systemD und Wayland ausprobieren und hatte mich für Fedora 23 entschieden (war so ca März/ April). So … GNOME … ok schaun wir mal:
    Installation: Ok, Einrichtung: Ok, Konzept verstehen: Ok, leichte Anpassungen: Ok
    30 min später …
    was soll ich sagen: ich hab jetzt vor alle meine PCs draus umzustellen.

    Man fühlt sich einfach willkommen.

    (nagut Angaben evl leicht übertrieben, aber mir gefählt es mittlerweile echt gut)

    MfG Martin

    Antworten
    • 2016-07-21 um 14:13
      Permalink

      Ja, sie haben gegenüber früher eine wirkliche Leistung erbracht.
      Und es ist wirklich so, aber ich wollte es nicht so schreiben, KDE/Plasma holt den Anwender nicht wirklich nach dem ersten Login ab.
      Eine gähnende Dürre empfängt einem und ich dachte auch, Plasma ist ja einer der Nutznießer von Owcnloud gewesen und der semantische Desktop. Da verhält es sich wirklich sehr leise.

      Ein Manko gibt es aber bei Gnome. Wenn man den initialen Startup übergeht findet man Ihn nicht in im Startmenü

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  • 2016-07-21 um 16:24
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    Boa ich bin immer wieder erstaunt wie gleich wir ticken.

    Gnome ist wirklich ein super schönes DE und gibt mir das Gefühl runder als die Konkurrenten zu laufen. Ich kann mich noch an das große Geschrei erinnern, welches aufkam von Gnome 2 auf 3. Sie haben für mich aber bewiesen, dass sie wirklich fähig sind und das diese Umstellung genau der richtige Weg war.

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